Artikel aus dem Hope Magazin

28.07.2020

Die Bibel gefragt

Freiheit, ja! Aber was meinte Jesus damit? Wo finde ich echte Freiheit?

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Freiheit, ja! Aber was meinte Jesus damit?

Freiheit – ein Traum, der viele Menschen miteinander verbindet. Davon träumten Generationen vor uns, davon träumen wir vielleicht alle. Doch wovon wollen wir eigentlich frei sein? Möglicherweise meinen wir damit, dass wir die uns durch Lebensumstände, Verpflichtungen und Aufgaben gesetzten Grenzen sprengen können. Ist das Freiheit, gesunde Lebensräume zu verlassen? Jesus versprach, uns zu befreien: »Wenn euch nun der Sohn freimacht, so seid ihr wirklich frei.« (Johannes 8,36) Mit »Sohn« meinte Jesus sich selbst als Sohn Gottes. Ja, worin sind wir denn gefangen, dass wir Freiheit brauchen? Die Bibel spricht in ihrer Gesamtheit verschiedene schädliche Bindungen des Menschen an, zuallererst die Gefangenschaft in der Sünde. Sünde, das sind die vielen kleinen und großen Lügen in unserem Leben, die Lieblosigkeit, die Kälte, die Untreue, jedes verletzende Wort, jede böse Handlung u. v. m. Wenn wir darüber ehrlich nachdenken, merken wir wohl, das wir alle darin schon öfters gescheitert sind. 

Und da kommt das Wort Jesu: Hab keine Angst. Worin du gerade feststeckst, verzweifle nicht. Ich bin Gott, der Allmächtige. Und ich bin barmherzig, ich liebe dich und befreie dich von deiner Schuld. Komm zu mir mit all deiner Schlechtigkeit, ich vergebe dir! Das bedeutet, wir sind befreit! Wir können wieder aufatmen, zuversichtlich weitergehen, Hoffnung haben! Doch wir merken, dass wir wieder in schlechte Gewohnheiten zurückfallen, dass es uns gar nicht so leichtfällt, einen guten Weg zu gehen, unsere innere Freiheit zu bewahren. Manchmal begeben wir uns selbst in zerstörerische Abhängigkeiten, in das Gefängnis unserer Ich-Sucht. Es gibt Situationen, die uns viel abverlangen. Doch Jesus hat uns befreit: zum Mut, zur Liebe, zur Hoffnung. Nichts und niemand kann uns den Glauben rauben, wenn wir Gott treu bleiben wollen. Denn da ist einer, der uns nie aufgibt, der uns immer wieder aufhilft und ermutigt: Jesus Christus. Freiheit ist kein Traum mehr – sie ist zur Wirklichkeit geworden!

Claudia Flieder

 

Wo finde ich echte Freiheit?

Freiheit ist ein hoher Wert! Dafür gehen wir auf die Straße und protestieren, wenn sie eingeschränkt wird. Notfalls opfern Menschen sogar ihr Leben im Kampf und Krieg für ihre Freiheit und die ihrer Lieben. Aber es gibt sehr viele Arten von Freiheiten und nicht immer ist ganz klar, was wir damit meinen. Meistens denken wir dabei an eine Befreiung von etwas Schlechtem zu etwas Gutem. Wir wollen nicht von einem Tyrannen oder Despoten unterdrückt werden, sondern selbst unsere Regierenden auswählen können (demokratische Freiheit). Das Ganze kann aber auch unmerklich kippen – beim Thema Sicherheit etwa geht das sehr schnell. Damit wir uns entfalten und ausleben können, brauchen wir sichere Rahmenbedingungen. Doch wenn das Maß an Überwachung durch Vorratsdatenspeicherung, Kameras und Co immer weiter steigt, wird die eigene Freiheit mehr und mehr eingeschränkt. 

So leuchtet schnell ein, dass der Einsatz für Freiheit, moralische Maßstäbe zur Orientierung voraussetzt. Denn mein Kampf um Freiheit kann niemals auf Kosten der Freiheit des anderen ausgetragen werden. Dieses elementare Wissen um Gut und Böse wurde uns durch das Bedürfnis nach Leben und Liebe ins Herz geschrieben. (Matthäus 7,12).

Wirkliche Befreiung zum Guten geht aber weit über den Einsatz für politische Menschenrechte hinaus. Was nützt es mir, wenn ich in einer Demokratie lebe, aber die Alkoholsucht oder meine Selbstverletzungs-Zwänge mich zerstören? Was nützen uns Menschenrechte auf dem Papier, wenn wir uns als Gesellschaft wegen unserer Ängste oder Egoismen das Leben zur Hölle machen?

Wir brauchen eine ganzheitliche, umfassende Befreiung vom Bösen zum Guten. Das nennt die Bibel »Erlösung«. Eine Versöhnung mit unserem Schöpfer und untereinander. Rettende Gnade, die uns von unserer Schuld und mangelnder Vergebungsbereitschaft befreit. Eine Freiheit in Jesus Christus, die ganz neue Menschen aus uns macht.

Und wenn uns diese Befreiung durch die Liebe Gottes geschenkt worden ist, gilt es, sie auch vor uns selbst und anderen zu schützen. Dass Freiheit ein gefährdetes Gut ist, wusste auch schon der Apostel Paulus vor zweitausend Jahren: »Durch Christus seid ihr dazu berufen, frei zu sein, liebe Brüder und Schwestern! Aber benutzt diese Freiheit nicht als Deckmantel, um eurem alten selbstsüchtigen Wesen nachzugeben. Dient vielmehr einander in Liebe.« (Galater 5,13 Hoffnung für alle)

Hartmut Wolf

 

Autor: Claudia Flieder, Hartmut Wolf

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