Artikel aus dem Hope Magazin

28.03.2020

Tierische Begegnungen in Costa Rica

Dankbarkeit, Freude und Tränen liegen auf der Drehreise nah beieinander. Persönliche Eindrücke von Gabi Pratz

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Kurvig windet sich die Straße den Berg hinauf. Aus dem Fenster sehen wir eine wunderschöne Landschaft. Die Ebene in saftigem Grün liegt schon längst hinter uns, jetzt sind wir von Wald umgeben. Nicht zu vergleichen mit dem mir vertrauten und geliebten Buchenwald vor meiner Haustür. Eher geheimnisvoll mit fremden Bäumen und ihrem üppigen Bewuchs: Farne, Epiphyten und Orchideen übersähen viele Stämme und Äste.

Caro, Cássila und ich fahren zum ersten Mal gemeinsam im Auto und sind voller Vorfreude auf die atemberaubende Sicht auf den Vulkan Poás. Zumindest haben in den Internetvideos alle geschwärmt. Auf dem Parkplatz zum Nationalpark treffen wir Ronald, einen der Ranger. Mit ihm machen wir uns gemeinsam zu Fuß auf den Weg zur Aussichtplattform. Zunehmend Sorge bereiten uns die Nebelschwaden, die plötzlich hier und da um uns herum wabern. »Das ist normal hier oben«, versichert uns Ronald, »die Nebelwolken kommen und gehen.« So richtig beruhigend hört sich das nicht an …

Nie werde ich die große Enttäuschung vergessen, die ich beim Anblick der dicken, dichten, weißen Nebelwand empfinde, die die Plattform umgibt. Nebel so dicht wie ein Berg Watte, in den man hineingreifen kann. Hinzu kommt eine feuchte Kälte, die in alle Ritzen der Kleidung eindringen will und ich bin dankbar für meine vielen Klamotten-Schichten. 

Was nun? Wird sich der Nebel lichten? Schwer vorstellbar, so ganz ohne Wind … Sollen wir am nächsten Tag wiederkommen? Das sieht der enge Zeitplan für unsere Drehreise leider nicht vor. Unser Team trifft sich und wir beten – jeder in seiner Muttersprache. Ein ganz besonderer Moment, wenn Menschen aus acht verschiedenen Ländern, die sich teilweise erst vor Kurzem das erste Mal gesehen haben, für ein gemeinsames Anliegen beten. Bange Stunden des Wartens, doch nichts passiert … der Nationalpark schließt und wir dürfen noch für eine weitere Stunde auf der Plattform bleiben … wir reden und beten, frieren und warten … 

Und dann passiert das Unglaubliche. Kurz vor Einsetzen der Dämmerung kommt Wind auf, schiebt die dicken Nebelwolken zur Seite und wir erleben einen atemberaubenden Blick auf den Vulkan. Danke Gott!

Diese Erfahrung am ersten Drehtag der Reise schweißt uns als Team zusammen und zeigt, dass Gott uns führt und trägt. Das erleben wir auf andere Art und Weise auch an den anderen Tagen. Wie oft hören wir Sätze wie: »Das ist aber ungewöhnlich, normalerweise schlafen die Faultiere am Tag.« Wenn man Tiere filmt, muss man sich auf sie einstellen und weiß vorher nie, was passiert.

Wir hören traurige Geschichten von Tieren, die von Menschen misshandelt wurden und vergießen so manche Träne. Aber wir hören auch ermutigende Geschichten, weil Menschen sich für Wildtiere in Costa Rica einsetzen. Uns wird wieder neu bewusst, wie wichtig es ist, dass wir Menschen verantwortungsbewusst und achtsam mit Tieren und Natur umgehen, und zwar überall auf der Erde. Dankbar genießen wir ganz bewusst die Schönheit der Natur in Costa Rica.

 

Bild vom Autor zum Weblog Tierische Begegnungen  in Costa Rica

Autor: Gabi Pratz

Redakteurin Hope TV