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28.03.2020

Die Bibel gefragt

Was sagt die Bibel über die Entstehung der Welt? Gilt der Auftrag Gottes, die Erde zu bebauen und zu bewahren, noch heute?

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Eine spannende Frage, denn irgendwann fragt sich jeder, woher er eigentlich kommt. Manche Menschen kennen noch nicht einmal ihre Mutter. Wie soll man dann die Frage beantworten, woher man wirklich kommt? 

Die Bibel gibt hier eine sehr plausible und einfache Antwort: Gott wollte uns. Er wollte Menschen als Gegenüber haben und er gab ihnen einen wunderschönen Lebensraum: Diese Erde. Aber wie ist diese Erde entstanden? Auch dazu hat die Bibel eine Antwort: Gott hat sie erschaffen (1. Mose 1+2). 

Gleich zu Beginn der Bibel bekommen wir einen kurzen Einblick über die Schöpfung. Es geht hier um keinen komplizierten Bauplan, sondern das Augenmerk ist auf den Schöpfer bzw. auf sein Wort gelegt. Er legte die Grundvoraussetzungen und dann baute er darauf auf. Wasser und Luft, Licht und Wärme, die Erde, worauf wir leben können und dann die Gestirne, die Pflanzen und zum Schluss die Tiere in ihrer Fülle und den Menschen.

Aber damit noch nicht genug. Gott hatte alles genau vorbereitet und in einer sinnvollen Reihenfolge geschaffen, damit alles, was er schuf, auch lebensfähig war und bis heute ist. Und der allmächtige Gott hat uns Menschen diese Welt gegeben, damit wir sie in Verantwortung schützen und bewahren (1. Mose 2,15). Trotz der unterschiedlichen Katastrophen, die wir verursachen und damit die Erde immer mehr zerstören, können wir diese Schöpfung an jedem Grashalm und an jedem Tier und Menschen erkennen. Der allmächtige Gott will mit Ihnen und mir eine Beziehung aufbauen. Er hat immer Zeit für uns – für jeden einzelnen Menschen. 

Und darum schuf Gott uns zu seinem Bild (1. Mose 1,26). Wir sind nicht zufällig hier, sondern von Gott ausgesucht, geliebt und genau hierher gestellt. Wie sagte es jemand treffend: Gott hatte eine hervorragende Idee: Er schuf dich! Er wollte unbedingt dich auf dieser Erde haben und mit dir leben. Und damit wir uns nicht nur um uns selbst drehen, gab er uns den Auftrag, die Erde in Verantwortung und mit den Fähigkeiten, die wir dazu ebenfalls von Gott bekommen haben, zu bebauen und zu bewahren. Fang doch gleich damit an, genau da, wo du bist. Mit dem Segen Gottes! 

Thomas Walter, Dipl.-Theol. Pastor

 

Gilt der Auftrag Gottes, die Erde zu bebauen und zu bewahren, noch heute?

»Gott, der Herr, brachte den Menschen in den Garten Eden. Er sollte ihn bebauen und bewahren.« 1. Mose 2,15 

Heute ist der Tag, den Gott Ihnen anvertraut hat. »Anvertraut« – ein Wort, das mir einerseits gefällt und andererseits wenig »schmeckt«. Das klingt nach Verantwortung, nach Aufgaben. Doch ist etwas Anvertrautes nicht auch ein großes Geschenk? Der Mensch wurde von Gott in eine vollkommene Welt gesetzt. Ist es nicht interessant, dass die ersten Menschen bereits einen Auftrag, eine Arbeit bekamen? Es war ein Geschenk, die Schöpfung zu bebauen und zu bewahren, das anvertraute Gut sorgsam zu behandeln und zu pflegen. Das verstehe ich gut, wenn ich an etwas Liebgewonnenes denke. Wie gerne gehe ich gut damit um, denn es ist mir viel wert! Die Liebe zu Gott, dem Schöpfer, und die Liebe zu allem Geschaffenen bewegte Adam und Eva, gut und achtsam mit ihrer Welt umzugehen. 

Was bedeutet es heute, die Schöpfung zu bebauen und zu bewahren? Wir leben (leider) nicht mehr im Paradies. Wir leiden unter den Folgen der Zerstörung, die durch uns Menschen verursacht wurde. Manche versuchen, das Steuer herumzureißen. Sie und ich, wir alle haben Verantwortung für unsere Umwelt: Wo wir einkaufen, was wir essen, wieviel Müll wir produzieren usw. Doch bleiben wir nicht bei der Natur stehen! Ist nicht jeder einzelne Mensch ein Teil der Schöpfung Gottes? So viele Ehen scheitern, so viele Familien zerbrechen, so viele Kinder leiden (seelisch und körperlich), so viele Menschen sind einsam, so viele Alte vergessen … Die Liste ließe sich verlängern. Wer schafft Abhilfe? Jeder Mensch, der dem anderen zulächelt, der eine Umarmung schenkt und sich Zeit zum Reden nimmt, zum Hören, zum Weinen und zum Trösten; jede Stunde glückliche Zeit für ein Kind, das vor den Trümmern seiner Familie steht; jeder Besuch bei der alten Nachbarin; jedes Babysitting für die Kinder der jungen, überforderten Mutter ... Es gibt so viel zu tun, um die Schöpfung zu »bebauen« und zu »bewahren«. Ja, das kostet Mühe und Zeit, aber es schenkt auch unglaubliches Herzensglück, Liebe zu geben und andere froh zu machen. Das erlebten Adam und Eva – und das können auch wir heute erleben!

Claudia Flieder

 

Autor: Thomas Walter / Claudia Flieder