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26.11.2020

Die Bibel gefragt

Kommt der Weltuntergang oder ein Friedensreich? Warum werden Menschen getauft?

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Kommt der Weltuntergang oder ein Friedensreich?

»Der Blick auf die Geschichte der Menschheit zerstört alle Hoffnungen auf eine vom Menschen gemachte bessere Zukunft.« Wenn diese Aussage stimmt, worauf können wir dann hoffen? Schon vor 50 Jahren warnten Wissenschaftler vor den Folgen der Ausbeutung und Verschmutzung unseres Planeten. Ihre düsteren Zukunftsprognosen haben nicht an Aktualität verloren. Wertvolle Rohstoffe werden weiter vergeudet, Gifte umweltbelastend »entsorgt« und Schäden der Natur für Wirtschaftswachstum und Profit in Kauf genommen. 

So sehen viele Menschen die Welt in eine Katastrophe treiben, die alles Leben auslöscht. Andere meinen, die Natur werde sich nach dem Tod des Menschen erholen und durch evolutionäre Prozesse neues Leben erschaffen. Manche hoffen auf eine interplanetarische Umsiedlung – beispielsweise durch die Kolonisierung des Mars oder eines erdähnlichen Planeten in einem anderen Sonnensystem. Einige glauben an die Vereinigung aller Religionen durch einen geistigen Führer, durch den die Menschheit zu Gerechtigkeit, Verantwortlichkeit und Nächstenliebe geführt wird. 

Unmenschlichkeit und Unterdrückung sowie die Ausbeutung und Vergiftung der Natur sind Folgen der selbstsüchtigen Herrschaft des Menschen, selbst dann, wenn er meinte, im Namen Gottes zu handeln. Diese Erkenntnis widerlegt alle Hoffnungen auf eine vom Menschen gemachte, bessere Zukunft. Nur Gott kann eine Welt schaffen, in der Gerechtigkeit und Frieden herrschen und aus der Leid und Tod für immer verbannt sind. Nicht Chaos und Zerstörung sind das Ziel, sondern Erlösung und Befreiung. Deshalb müssen wir nicht den Weltuntergang fürchten, sondern können uns auf eine neue Erde freuen, die Gott erschafft (siehe z. B. Offenbarung 21,1ff.). 

Die Beschreibungen in dem Buch Jesaja und der Offenbarung lassen etwas von der Schönheit erahnen, die Gott schaffen wird. Die Bibel schildert keine vergeistigte Welt, in der körperlose Wesen leben, sondern reale Menschen das tun, was ihnen Freude macht. Die Trennung zwischen Gott und Mensch ist dann ein für alle Mal beendet. Vollkommene Liebe und Frieden werden das Leben reich und schön machen. Deshalb können wir mit Hoffnung in die Zukunft blicken.

Thomas Lobitz

 

Warum werden Menschen getauft? 

Die Taufe gehört zum Christentum wie das Amen in der Kirche, schließlich hat Jesus in seinen letzten Worten vor der Himmelfahrt seinen Jüngern befohlen, Menschen in aller Welt zu taufen und im Glauben zu unterrichten (Matthäus 28,19). Doch was genau hat es mit der Taufe auf sich?

Die Taufe ist laut Jesus ein äußeres Zeichen für die geistliche Wiedergeburt des Menschen (Johannes 3,5). Sie gibt die einmalige Möglichkeit eines Neubeginns, quasi einer neuen Geburt. Der Mensch, der ohne Gott lebt, wird symbolisch begraben und steht als durch den Glauben neuer Mensch auf. 

Die Taufe ist also ein Symbol für das Sterben und Auferstehen des Menschen (Römer 6,3–4; Kolosser 2,12). So wie Jesus starb und ins Grab gelegt wurde, so werden auch wir bei der Taufe im Wasser »begraben«. Auch unsere Schuld und Sünde ist damit begraben. Und so wie Christus dann von den Toten auferstand, so stehen wir aus dem Wassergrab der Taufe zu einem neuen Leben auf. 

Wer durch seine Taufe mit Christus begraben wurde und auferstanden ist, hat eine neue Blickrichtung. Sein Leben ändert sich nun unter dem Einfluss des Heiligen Geistes. Man kann sagen: Er/sie ist ein neuer Mensch (2. Korinther 5,17) und lebt nun in der Gemeinschaft mit Christus und seiner Gemeinde. 

Die Taufe ist wie ein »Wasserbad«, durch das der Mensch von seiner Sünde gereinigt wird (Epheser 5,25-27). In diesem Text klingt aber auch an, dass sie wie eine Eheschließung ist: In der Taufe sagt der Mensch Ja zu Jesus und schließt mit ihm einen Bund. Ab jetzt will er zusammen mit Christus leben. Das bekennt er öffentlich durch seine Taufe. Damit ist sie nicht nur eine Reinigung von der Sünde, sondern auch ein Bundesschluss und ein öffentliches Bekenntnis zu Christus. 

Voraussetzungen für die Taufe sind das Eingeständnis der eigenen Sünde und der Glaube an Jesus Christus, der uns von unseren Sünden erlöst hat. Erst der persönliche Glaube macht die Taufe sinnvoll. Das Wasser hat keine magische Wirkung. Gott vergibt dem Menschen und schenkt ihm seinen Heiligen Geist, weil er sich im Glauben taufen lässt und Jesus nachfolgen will.

Luise Schneeweiß

Autor: Thomas Lobitz, Luise Schneeweiß

Artikel-Bildnachweis: Matt Hardy - unsplash.com