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01.09.2022

Die Mondschein Show

Late Night mit Sven Fockner

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Es war ein harter Tag für Niklas. Er musste richtig ranklotzen, aber am Ende hat er es geschafft und die Pläne gingen noch rechtzeitig an den Kunden raus. Seine Frau Samira hat auf dem Rückweg vom Büro den 3-Jährigen von der Oma abgeholt. Jetzt ist er im Bett, die Überweisungen sind erledigt, die Spülmaschine läuft. Die beiden sind fertig und wollen nur noch die Füße hochlegen, einmal tief durchatmen, abschalten und den Tag ausklingen lassen.

Der durchschnittliche Mitteleuropäer landet in so einer Situation vor dem Bildschirm und egal ob er lineares Fernsehen oder einen Streaming-Anbieter konsumiert, die Chancen stehen gut, dass die Sendungen nicht gerade erbaulich sind. Nachrichten und Talk-Shows wälzen Herausforderungen, die einen zwar betreffen, aber weit außerhalb der eigenen Einflusssphäre liegen. Es bleibt oft ein Gefühl der Ohnmacht und Überforderung zurück. Die Alternative dazu ist der Tsunami an Krimis, der die Medien seit Jahren überflutet. Auf dieser Welle ist für jeden etwas dabei und man kann immer tiefer in den Strudel der menschlichen Abgründe hinein surfen. Und selbst Satire- oder Comedy-Formate sind nicht unbedingt erbaulich. Man lacht zwar,
aber oft über Dinge, die falsch laufen, darüber wie ungeschickt „die da oben sind“. Am Ende standen implizit doch die ganze Zeit Probleme im Vordergrund.

Damit sollen keinesfalls alle genannten Formate pauschal verurteilt werden. Aber in der Summe können sie einen starken Einfluss auf den Zuschauer ausüben. Ist dieser Einfluss unterm Strich positiv oder negativ?  Es gibt eine wachsende Zahl an Menschen, die achtsam mit ihrem Medienkonsum umgehen wollen und die bewusst hinterfragen, wie sich bestimmte Inhalte auf ihre Psyche auswirken. 

Aus den sozialen Medien stammt der Begriff des Doom-Scrollings. Der Algorithmus des Plattformbetreibers registriert, an welchen Schreckensmeldungen man als Nutzer hängen bleibt, und bringt mehr davon auf das Handy, so dass man in eine Abwärtsspirale aus Negativnachrichten gerät, die nachweislich zu psychischen Problemen führen kann. Es macht also einen Unterschied, was man konsumiert. Das Aufkommen des konstruktiven Journalismus, der sich darum bemüht ausführlich zu recherchieren und Lösungen zu präsentieren, ist eine Konsequenz dieses wachsenden Bewusstseins.

In die gleiche Kerbe schlägt die Mondschein Show, eine neue Sendung auf Hope TV, die als Angebot für alle gedacht ist, die den Tag positiv ausklingen lassen wollen. Leicht, aber mit tiefen Momenten. Humorvoll, aber nicht unter der Gürtellinie. Die Mondschein Show ist kreativ, lustig und unkonventionell. Ein unterhaltsamer Wochenrückblick, der ohne moralischen Zeigefinger vermittelt, dass die Welt noch nicht vollkommen im Eimer ist. Abschalten. Die Sorgen vergessen. Ein bisschen Lachen. Hoffnung tanken. Und dann in Frieden ins Bett gehen.

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Autor: Sven Fockner

Redakteur und Moderator der Mondschein Show