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27.11.2020

Klein … aber oho!

Ein wandelnder Widerspruch

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Zachäus war ein wandelnder Widerspruch. Der Name, den ihm seine Eltern einst gaben, bedeutete »Unschuldig und rein«, dabei war er selbst weit davon entfernt. Ein Betrüger war er, der anderen Leuten das Geld aus der Tasche zog. Und das sogar mit staatlicher Duldung. Kein Wunder, dass ihn die Menschen der Stadt mieden, ihn, der mit den Besatzern gemeinsame Sache machte und seine Landsleute um seines eigenen Vorteils willen »verkaufte«. All sein Reichtum - und er hatte sehr viel Geld – öffnete ihm nicht die Türen seiner Nachbarn. Man schnitt ihn, ja, man übersah ihn einfach. Klein genug war er ja. Zachäus war Leiter der römischen Zollbehörde in der »Palmenstadt« Jericho, einem prachtvollen Ort, wo der jüdische König gern die Winter verbrachte. Aber bei allem Luxus, in dem Zachäus sicher lebte, war er wohl doch nicht so ganz zufrieden. Nicht alles lässt sich eben mit Geld erkaufen.

Und dann besucht Jesus die Stadt. Zachäus‘ Plan, ihn heimlich von einem Baum aus zu beobachten, scheitert. Weil Jesus ihn sieht und sich bei ihm einlädt. Zachäus erlebt bei Jesus, was er so sehr vermisst hat: Annahme, Zuwendung und Liebe. Hier ist einer, der ihn nicht verachtet, der Gemeinschaft mit ihm haben möchte, ja, Freundschaft anbietet. Und Zachäus macht Nägel mit Köpfen. Er nimmt Jesus in sein Haus auf. Und ohne dass dieser irgendwelche Forderungen stellt, gibt Zachäus bekannt, dass er alle Betrügereien zumindest finanziell wiedergutmachen will. »Ich gebe alles unrechte Gut zurück, ich fange neu an, ich starte noch einmal durch«, verkündet er öffentlich. Unglaublich aber wahr: Zachäus wird ein neuer Mensch. 

Drei Gedanken, die mir beim Lesen dieser biblischen Geschichte (Luk 19) zu Jesus in den Sinn kommen. 

1. Mich begeistert Jesus. Er geht Menschen nach und bietet Beziehung an, Neuanfang, Freiheit, Hoffnung und Zukunft. 2. Jesus übt keinen Druck aus, sondern lässt Menschen Gottes liebevolles Wesen spüren und zeigt neue Lebensperspektiven auf. 3. Die Beziehung zu Jesus verändert. Das können kleine Dinge sein, aber auch große Schritte, so wie bei Zachäus. Hin zum echten Leben.

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Autor: Marc Gunnar Dillner

Marc Gunnar Dillner (46) ist verheiratet, hat drei mittlerweile große Kinder und wohnt am Rand von Berlin. Er möchte Gemeinden helfen, ihr Potenzial zu entdecken, zu entfalten und aufzublühen.

Artikel-Bildnachweis: Filograph - gettyimages.de