Artikel aus dem Hope Magazin

Bild zum Weblog „Kommt und seht.“
03.06.2026

„Kommt und seht.“

Es beginnt oft unscheinbar. Ein Gedanke, der bleibt. Eine innere Unruhe, obwohl äußerlich alles stimmt ...

... Eine Frage, die sich nicht mehr wegschieben lässt: War das schon alles?

Sehnsucht ist leise, aber hartnäckig. Sie meldet sich nicht nur in Krisen. Manchmal taucht sie gerade dann auf, wenn wir funktionieren, leisten, durchhalten. Wenn wir stark sind und trotzdem spüren: Da fehlt etwas.

An einer Stelle in der Bibel wird von zwei Männern berichtet, die am Anfang ihres Glaubenswegs stehen. Sie haben von Jesus gehört. Sie beobachten ihn. Und Jesus dreht sich um und fragt: „Was sucht ihr?“ Keine Belehrung, kein Druck. Lediglich eine Frage: Was suchst du eigentlich?

Vielleicht ist genau das der Kern unserer Sehnsucht. Dass wir suchen – oft ohne es zuzugeben. Sinn. Echtheit. Angenommensein. Einen Ort, an dem wir nicht beweisen müssen, wer wir sind. Und dann spricht Jesus diese einfachen Worte: „Kommt und seht.“ Er bietet keine fertigen Konzepte oder eine schnelle Lösung an, sondern Beziehung.

„Kommt“ bedeutet Bewegung. Nicht stehen zu bleiben im Analysieren, nicht stecken zu bleiben im Zweifeln. Es heißt, einen Schritt zu wagen – mit allem, was in uns ist. „Seht“ bedeutet Erfahrung. Nicht nur hören. Nicht nur wissen. Sondern erleben.

Die Jünger gehen mit. Und sie bleiben bei ihm. Nein, sie haben nicht sofort alles verstanden. Aber sie bleiben dennoch. Und manchmal ist Bleiben der mutigste Ausdruck von Sehnsucht.

Vielleicht ist unsere Sehnsucht kein Zeichen von Mangel, sondern von Berufung. Ein innerer Hinweis darauf, dass wir für mehr geschaffen sind als für Oberflächliches. Dass unser Herz auf Begegnung angelegt ist.

Wir können versuchen, diese Sehnsucht mit Ablenkung, Erfolg oder Bestätigung zu stillen. Doch sie kommt zurück. Nicht um uns zu quälen, sondern um uns zu führen.

„Kommt und seht.“

Vielleicht ist das heute auch an Sie und mich gerichtet. Nicht perfekt vorbereitet. Nicht fertig sortiert. Nicht alles bis ins Letzte erfasst. Nur ehrlich.

Und vielleicht beginnt alles genau dort: Mit einer Sehnsucht. Und mit dem Mut, der Einladung zu folgen.

Bild vom Autor zum Weblog „Kommt und seht.“

Autor: Dany Canedo

Leiterin der Abteilung Frauen der Freikirche der STA.
Liebt Geschichten, Fotografie und Frauen auf ihrem Weg zu begleiten und zu unterstützen.

Artikel-Bildnachweis: jacoblund - gettyimages.de