Artikel aus dem Hope Magazin

01.12.2023

Platz für alle

Wie Jesus anderen Menschen begegnet ist

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Keiner mochte sie, die Zolleintreiber. Immerhin unterstützen sie die verhassten Römer. So auch Matthäus, der als Jude doch eigentlich einer von ihnen war. Als Jesus in seine Nähe kommt, geht dieser schnurstracks auf Matthäus zu: „Komm, folge mir!“ Man kann diese Begebenheit in Matthäus 9 nachlesen. Es war nicht das erste Mal, dass Jesus in Kapernaum Grenzen überschritt: er hatte bereits einen an Lepra Erkrankten geheilt und sogar berührt, machte den Diener eines römischen Hauptmanns gesund und kam den Kranken und Besessenen recht nah. Dass er einen Kranken dann sogar von seinen Sünden freisprach, brachte die Theologen des Ortes vollends auf die Palme.

In seiner Bergpredigt – nur kurze Zeit davor – hatte Jesus von Liebe gesprochen, den Zuhörern einen Gott gezeigt, der gnädig ist und wohlwollend, der für seine Kinder sorgt und der sich eine echte Beziehung mit den Menschen wünscht statt religiöser Pflichterfüllung. Jetzt hatte Jesus sich also einen einstigen Kollaborateur ins Team geholt, unfassbar. Nun saßen Matthäus und seine Kollegen neben Jesus beim Essen. Und diese Erfahrung sollte sie nachhaltig verändern. Es wird berichtet, dass sie Jesus anschließend nachfolgten. 

Die Ausgestoßenen und Verachteten seiner Zeit bekamen bei Jesus eine neue Perspektive geschenkt, einen neuen Anfang, ein neues Leben. Statt Abgrenzung erlebten sie liebevolle Zuwendung. Und so wie es in der bekannten Geschichte vom Wanderer nicht der Sturm ist, dem es gelingt, dem Mann seinen Mantel ablegen zu lassen, sondern die Sonne mit der wärmenden Kraft ihrer Strahlen, so ist es bei Jesus eben auch die Wärme und Freundschaft, die die Herzen der Menschen erreicht und verändert. Den religiösen Leitern seiner Zeit sagt Jesus, dass Gott Barmherzigkeit und Gnade viel mehr gefallen als alle ihre Opfer im Tempel. Das Haus Gottes will und soll ein Ort der Heilung für jeden sein. Bei ihm haben alle Platz, die „mühselig und beladen sind“ (Matthäus 11,28), und „im Himmel ist Freude über jeden, der zu Gott findet“ (Lukas 15,7). Das sind gute Nachrichten für alle. Halleluja!

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Autor: Marc Gunnar Dillner

ist verheiratet und hat drei erwachsene Kinder. Er war bislang im Bereich Gemeindeaufbau tätig und ist seit Juli 2023 Schatzmeister in der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten.

Artikel-Bildnachweis: Mladen Zivkovic – gettyimages.de