Artikel aus dem Hope Magazin

17.03.2026

Was nützt es, die ganze Welt zu gewinnen…?

Beim Thema Jesus und Arbeit muss ich schmunzeln. Wieder werden Menschen hier klare Regeln und Aussagen erwarten - und Jesus diese Erwartungen nicht erfüllen.

Bild zum aktuellen Blog-Eintrag

 

Beim Thema Jesus und Arbeit muss ich schmunzeln. Wieder werden Menschen hier klare Regeln und Aussagen à la „Gebt dem Kaiser, was des Kaisers ist“ erwarten – und wieder wird Jesus diese Erwartung nicht erfüllen. Gut, er ist gelernter Zimmermann, solide, aber dann doch drei Jahre lang als Wanderprediger durch die Gegend gezogen – ich bezweifle, dass man das noch als handwerkertypische Walz bezeichnen kann. Ein unkonventioneller Beruf, für manche fiele das eher unter Arbeitsverweigerung. Und diese „Gib dein geregeltes Leben auf und folge mir nach“-Haltung, mit der er eine kleine Gruppe Leute, seine Jünger, „rekrutiert“, das ist regelrecht anarchistisch. Worum also geht es Jesus, wie steht er zum Thema Arbeit?

In seinem Buch Der vergessene Jesus bringt es Pastor und Autor Martin Dreyer lebensnah und verständlich auf den Punkt: Jesus geht es immer um den Menschen und das meint, um das Herz. Auch beim Thema Arbeit. Wenn man seinen Selbstwert allein aus der beruflichen Tätigkeit zieht, bekommt sie einen so hohen Stellenwert, dass ihr alles untergeordnet wird. Wenn man sich zu sehr auf den Karriere-Modus fokussiert, verblasst alles andere, Beziehungen, Werte, eigene Bedürfnisse. „Für viele Karrieremenschen ist der Zustand des eigenen Herzens aber eher zweitrangig. Es geht um Prestige und Anerkennung, um Gewinnmaximierung und Zahlen. Diese Menschen möchten die Karriereleiter schnell hochlaufen. […] Und vergessen dabei, auf ihr Herz zu hören. Dabei ist das Herz das Kostbarste, das sie haben. Hier fängt alles an. Und hier hört auch alles auf. Das behauptet Jesus. Und ich glaube, er hat recht.“ (Martin Dreyer, Der vergessene Jesus, 2016, Gütersloher Verlagshaus, S.224)

Das ist, was Jesus in mehreren Situationen in der Bibel deutlich kritisiert; wenn der Mensch seine Menschlichkeit, sein Menschlichsein aufs Spiel setzt. Wenn man etwas an die oberste Stelle seines Lebens stellt, das nicht dorthin gehört – Arbeit, Geld, Macht, Geltungsbedürfnis etc. – dann macht uns das mindestens langfristig krank und kaputt. Es verstopft die Kommunikationskanäle zu unserem Umfeld, zu uns selbst, zu Gott. Doch wir wurden als Beziehungswesen geschaffen, das ist unser Element.

Bild vom Autor zum Weblog Was nützt es, die ganze Welt zu gewinnen…?

Autor: Nicole Spöhr

... wurde schon auf dem Schulzeugnis aufgefordert, ihr erfreuliches Engagement in Deutsch und Englisch doch bitte auch auf die anderen Fächer auszuweiten; die richtigen Prioritäten zu setzen, sind der langjährigen Rotstift-Queen und Advent-Verlags-Mitarbeiterin also Gott sei Dank nicht fremd.

Artikel-Bildnachweis: pixdeluxe - gettyimages.de