Artikel zum Thema "Sendung"

Ungeschminkt Family
Schluss mit der perfekten Familienfassade
Wenn sich bei mir zu Hause Besuch ankündigt, läuft bei uns das gleiche Programm wie bei den meisten Familien: schnell aufräumen, Spielzeug verschwinden lassen, einmal kurz durchatmen, lächeln. Und wenn dann die Tür aufgeht, sieht alles aus, als hätten wir den Vormittag in stiller Harmonie verbracht. Hatten wir natürlich nicht.
Ich glaube, viele kennen dieses kleine Theaterstück. Und nicht nur an der Wohnungstür – auch auf Instagram, im Gespräch mit Kolleginnen, beim Elternabend. Wir zeigen die polierte Version. Das Problem dabei ist nicht die schöne Fassade an sich, sondern dass wir am Ende selbst denken, bei allen anderen liefe es runder. Wir vergleichen uns mit einem Bild, das es so gar nicht gibt. Und genau da setzt „Ungeschminkt Family" an.
Ein Raum für ehrliche Gespräche
Mir ist es wichtig, in dieser Sendung einen Raum zu schaffen, in dem wir ehrlich über Familie, Partnerschaft, Erziehung und Beziehungen reden können – ohne den Druck, alles im Griff haben zu müssen. Probleme gehören zum Leben dazu, in jeder Familie. Das heißt nicht, dass wir uns mit allem abfinden müssen. Es heißt nur: Man darf aussprechen, was weniger perfekt läuft, ohne sich dafür rechtfertigen zu müssen.
Für die Zuschauer soll sich die Sendung anfühlen wie ein Treffen unter guten Freunden. Ein Kaffee, ein Tee, ein Gespräch, das wirklich in die Tiefe geht. Man kommt müde an und geht ein Stück leichter wieder weg. Verstanden. Vielleicht mit einem neuen Gedanken im Gepäck. Das ist der Ton, den ich treffen möchte.
Deshalb sitzen bei mir auch selten klassische Expertinnen und Experten auf dem Sofa. Meine Gäste erzählen aus ihrem eigenen Leben. Sie stellen Fragen, manchmal die gleichen, die ich mir auch stelle. Ich bin überzeugt, dass jede und jeder Expertin und Experte des eigenen Lebens ist – und dass aus gelebter Erfahrung oft mehr Weisheit entsteht als aus jeder Theorie. Und wenn am Ende einer Folge nicht für alles eine Antwort gefunden ist, ist auch das in Ordnung. Manches darf offen bleiben.
Warum ich diese Sendung mache
Dass ich so denke, hat viel mit meiner eigenen Geschichte zu tun. Ich bin in der Schweiz geboren, meine Mutter ist Mexikanerin, ich habe in Frankreich, Mexiko, den USA und Deutschland gelebt. Ich bin verheiratet und habe drei Kinder. Allein an unserem Esstisch treffen mehrere Kulturen und Kommunikationsstile aufeinander – und ich habe gemerkt, wie unterschiedlich Familien funktionieren können und wie viel man voneinander lernt, wenn man genau hinhört. Besonders interessiert mich die Lücke zwischen dem, wie wir uns familiäre Rollen vorstellen, und dem, wie wir sie tatsächlich leben. Diese Lücke ist oft größer, als wir zugeben.
Die Themen, über die wir sprechen, sind so vielfältig wie das Leben selbst: Erziehung und Werte, der Einfluss der Großeltern, die Beziehung zwischen Eltern und erwachsenen Kindern, die Sprachen der Liebe, Höflichkeit und Dankbarkeit, Sexualität, Aufklärung, Partnersuche, der Umgang mit Tod und Trauer. Viele dieser Themen werden im Alltag eher umschifft. Genau deshalb gehören sie für mich in die Sendung.
Für alle, die sich fürs Miteinander interessieren
„Ungeschminkt Family" richtet sich an alle, die sich für das Miteinander von Menschen interessieren – egal ob jung oder älter, Single, in Beziehung, mit oder ohne Kinder. Aktuell sitzen oft Frauen bei mir im Studio, aber ich freue mich darüber, dass sich auch immer mehr Männer öffentlich mit Vaterschaft, Partnerschaft und Familie auseinandersetzen. Dieses Gespräch braucht alle Stimmen. Ich freue mich, wenn Sie einschalten – und vielleicht stellen Sie nebenbei fest, dass Sie mit Ihren Fragen nicht allein sind.
Infos zur Sendung:
Ungeschminkt Family
Ehrliche Gespräche über Familie, Erziehung und Alltag – ohne Tabus und ohne Fassade. Talk mit Valerie Brünner.
Montags, 20:15 Uhr auf Hope TV, streamen auf hopetv.de und hopepodcasts.de
- Ungeschminkt FamilyAudio-Datei zum Anhören dieses Artikels.

Autor: Valerie Brünner
